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HANS HINTERREITER - Geometrische Schönheit « die konstruktive logik, sowohl bezüglich formenentwicklung als auch bezüglich farbsystematik, ist bei hans hinterreiter in unerwartetem reichtum und mit hervorragender perfektion durchgeführt» (max bill, 1977) «Ich habe als Künstler immer wieder erfahren,dass man zwar Ideen und Ideensysteme braucht, um in weiterem Masse schöpferisch werden zu können;gleichzeitig aber habe ich erkannt, wie gefährlich auch das schönste Ideensystemsein kann, wernn man ihm bedingungslos verfällt, ohne die Gedanken auf Schritt und Tritt und immer wieder dem Experiment, der Beobachtung durch ein feinfühlendes Auge zu unterwerfen und stets bereit zu sein, die Ideen zu ändern, falls sie mit dem Erleben nicht oder nicht mehr übereinstim- men.Selbst das glänzendste und durchaus logische Ideensystem darf nur als Arbeitshypothese angesehen werden, und man muss stets bereit sein, eine Hypothese mit einer anderen zu vertauschen, falls das Arbeitsergebnis damit bes-ser wird. Wer es nicht so damit hält, dessen Werk ist von Beginn totgeboren» |
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So argumentieret ein Künstler, der zu den konsequentesten Gestaltern im Bereichder konstruktiven Kunst gehört und der sich wie nur wenige mit den theoretischen und methodischen Grundlagen der künstlerischen Arbeit beschäftigt hat. Wohl ist Hinterreiter mit Max Bill der Überzeugung, «es sei möglich, eine Kunst weitgehend aufgrund einer mathematischen Denkweise zu entwickeln», denn sie helfe dem Künstler, seine Gefühle zu disziplinieren und zu ordnen - und ohne Ord-nung gebe es keine Schönheit. Doch bestehe über diesen Gesetzen ein Raum der Freiheit, wo nur mehr das Empfinden weiterhelfe. Gefühl und Verstand müss-ten sich deshalb verbünden; nur so liessensich in der Kunst ästhetisch befrie- digen de Lösungen erreichen. Diese Erkenntnis für sich selber künstlerisch auszuwerten bemüht sich Hans Hinterreiter seit den frühen dreissiger Jahren mit bewundernswürdiger Konsequenz, erst anhand kleinformatiger Temperastudien, seit den vierziger Jahren auch mit Bildern, denen freilich wieder Temperablätter zugrundeliegen. Aufgrund mathematischer Operationen erfindet er immer neue geometrische Formmuster, die er auf verschiedenste Weise malerisch erprobt, oft auch in längeren seriellen Arbeitsprozessen, im Laufe derer verschiedenste Farbkombinationen anhand eines einigen Musters durchgespielt werden. Gründliche Kenntnisse der Farben-lehre und ein ausgezeichnetes Vorstellungsvermögen sind dabei unerlässlich, und unerlässlich ist ein sorgfältiges, präzises Handwerk, denn das Ausmalen solcher Konstruktionen erfordert natürlich höchste Konzentration. |
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Ziel seiner Bilder sei es, sagt Hinterreiter, mit rein künstlerischen Mitteln Abbilder der unsichtbar in den Dingen waltenden Gesetze zu geben, «Gleichnisse von der Unterschicht der Erscheinungswelt, ihrer Innendimension, die uns heuti-ge mehr interressiert als ihre Oberfläche». Dieses ästhetische Formenreich habe eine, wenn auch nur weitläufige Verwandschaft mit dem Reich der Kristalle,aus denen die meisten leblosen Stoffe gebildet sind»- eine Feststellung, die kürzlich von naturwissenschaftlicher Seite voll bestätigt wurde. |
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